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Image by Piotr Łaskawski

Offene Gärten mit Auszeichnung

Letzter Garten

Ideengarten

Unseren Garten gibt es seit 2014. Anfängliche 500 qm Brachland. Grob geebnet mit dem Bagger nach
dem Aushub vom Hausbau. Dazwischen Berge von Abbruchsteinen. In dem fetten Lehmboden
wuchsen hauptsächlich Brennnesseln, Löwenzahn, kriechender Hahnenfuß und Sauerampfer in Hülle
und Fülle. Und dazwischen ich, ohne die geringste Ahnung von Gärten und gärtnern.
Das Einzige was ich wusste war, ich wollte einen naturnahen Garten. Einen Garten für alles was kriecht,
flattert und fliegt. Doch was ist ein naturnaher Garten überhaupt und wie komme ich dahin. Die
vielfältige Literatur einschlägig bekannter Autoren, die Fotos bereits gestalteter Gärten im Internet,
haben mich eher frustriert und entmutigt als geholfen.
Angefangen hat es dann mit einer Handvoll gekeimter Kartoffeln, einem Spaten, einem Video auf
Youtube und die Vorstellung allein auf einer einsamen Insel zu sein und einfach mal zu machen. Rings
um dieses Kartoffelbeet habe ich mir in sechs Jahren Stück für Stück jeden einzelnen Quadratmeter
dieses Gartens erobert. Ich habe dazu verwendet was schon da war. Einen Plan hatte ich nicht. Dieser
Garten ist tatsächlich von selbst entstanden. Die Bepflanzung ist auch heute noch eine wilde Mischung
aus „war schon da“, gesammelten Samen, selbstgezogenen Stecklingen, gekauften oder geschenkten
Pflanzen. Doch alles was wächst dient als Nahrung oder Heimat. Und es blüht ganzjährig immer etwas.
Was wächst bleibt stehen. Dann laufen wir eben dieses eine Jahr um die Distel herum. Die Distelfinken
im Herbst danken es mir tausendfach mit Ihrer Anwesenheit.
2019 habe ich beim „Tag der offenen Gartenpforte in Seckbach“ mitgemacht, 2020 habe ich mich bei
Natur im Garten gemeldet und eine Plakette bekommen, 2022 habe ich einen Preis vom BUND im
Rahmen eines Wettbewerbs für naturnahe Gärten bekommen.
Unser Garten ist ein Lebensraum geworden. Hier brüten Meisen und Amseln. Das
Gartenrotschwänzchen jagt. Wir haben Rotkehlchen und Zaunkönige. Eine Spatzenkolonie hat sich
eingenistet. Wir haben diverse Schmetterlinge, ein überquellendes Wildbienenhotel, welches wir Jahr
für Jahr erweitern müssen, es gibt Molche im Teich und Tigerschnecken.
Ich habe all die Jahre viel gelernt und nur noch selten einschlägige Literatur gelesen, weil ich nun weiß,
dass es DEN naturnahen Garten nicht gibt. Nicht geben kann. Dafür habe ich erfahren, dass ein Garten
Zeit braucht, Zeit sich kennenzulernen und zu beobachten, Zeit sich zu entwickeln. Es braucht
Vertrauen, Vertrauen in sich und in den Garten und Toleranz. Ein naturnaher Garten verändert sich
ständig. Doch das Wichtigste, was ich gelernt habe für einen naturnahen Garten, ist: einfach machen.

Ideengarten

Besuch nach Vereinbarung
Gartengröße: 500 m²

Eigentümer: Simone Kalisch
Mail: Simone.kalisch@gmx.de

Ideengarten
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