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Blühstreifen aussäen

Blühstreifen aussäen

Kreisverband Lauterbach zur Förderung des Obstbaues,

der Garten- und Landschaftspflege e.V.

Fertige Blumenmischungen versprechen einen lang anhaltenden Blütenflor in ausgewogenen Farben. Damit Sie aber wirklich Freude an einer Somerblumenmischung oder Wildblumenwiese haben, müssen Sie einige Dinge beachten. Bodenvorbereitung Die Bodenvorbereitung vor der Aussaat ist entscheidend für den Erfolg der Neuanlage. In allen Böden schlummern Samendepots von Unkräutern. Zwischen 500 und 500.000 Unkrautsamen warten in jedem Quadratmeter Boden auf eine Gelegenheit zum Keimen. Sie ruhen, bis sie durch äußere Einflüsse das Startsignal bekommen. In diesem Ruhezustand können sie Monate oder Jahre überdauern. Die Samen von Vogelmiere bleiben mehr als 10 Jahre keimfähig, die von Acker-Senf etwa 35 Jahre und das Acker-Hellerkraut kann mehr als 30 Jahre ruhen, bevor es keimt. Auch die Samen von Schwarzem Nachtschatten und Franzosenkraut bleiben länger als 10 Jahre keimfähig. Besonders häufig sieht man auf frisch aufgefahrenem Mutterboden und in neuen Rasenflächen den Weißen Gänsefuß. Seine Samen können 100 Jahre lang keimfähig bleiben und keimen aus einer Bodentiefe von bis zu 4 cm. Die meisten anderen Unkrautarten keimen nur, wenn sie maximal 1 cm tief im Boden sind. Liegen sie tiefer, treiben sie nicht aus. Wird der Boden umgegraben, gefräst oder gepflügt, kommen die Samen nach oben und keimen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn eine alte Rasenfläche umgebrochen wird. Die Samen, die bereits seit Jahrzehnten im Boden unter der Grasnarbe geschlafen haben, kommen dann an die Oberfläche und laufen auf. Darum ist eine Schwarzbrache, bei der der Boden über einige Zeit von Bewuchs freigehalten wird, vor der Aussaat einer Blumenmischung unverzichtbar. Das aufgelockerte, eingeebnete Saatbett wird über zwei bis drei Wochen von den auflaufenden Unkräutern befreit. Sie müssen auf jeden Fall entfernt werden, bevor diese neue Samen bilden können. Dabei ist zu beachten, dass die Unkräuter Wasser zum Keimen benötigen. Ist es sehr trocken, sollten sie die Fläche darum wässern. Wenn Sie erst nach dem Ausbringen der Blumenmischung mit dem Wässern beginnen, keimen auch die Unkrautsamen erst dann. Wässern ist wichtig Die Aussaat erfolgt am besten zu einem Zeitpunkt, wenn sich feuchte Witterung ankündigt. Viele Wildblumen, aber auch manche Kultursorten benötigen bis zu 3 Wochen durchdringende Feuchtigkeit, um ausreichend zu quellen, bevor sie keimen. Das Saatbett muss darum mindestens über einen Zeitraum von 3 bis 4 Wochen dauerhaft feucht gehalten werden, damit alle Arten einer Blumenmischung keimen können. Das ist bei trockner, heißer Witterung schwierig. Trocknet das Saatbett aber aus, können bereits vorgequollene Samen absterben und die Arten fehlen dann später in der Mischung, während schnell keimende Arten wie Steinkraut dann die Fläche dominieren. Neben der Feuchtigkeit hat auch die Temperatur einen Einfluss auf die Keimung. Manche Arten keimen bei 10°C genauso schnell wie bei 14°C. Andere Samen gehen bei niedrigen Temperaturen aber nicht so schnell auf. Sie entwickeln sich langsamer und kommen dann auch erst später zur Blüte. Darum sehen identische Blumenmischungen auch nicht jedes Jahr gleich aus. Wichtig ist, dass die Saat nicht zu dicht ausgebracht wird. Schnell keimende Arten können bei zu dichter Saat die Keimlinge anderer Arten unter sich ersticken. Die Artenvielfalt ist dann sehr viel geringer. Achten Sie darum immer darauf, die Blumenmischungen auf einer ausreichend großen Fläche zu verteilen. Wie viel Saatgut Sie von einer Mischung für eine bestimmte Fläche benötigen, steht auf der Verpackung. Richtig säen Sehen Sie sich das Saatgut an, bevor Sie es aussäen. Manchmal bestehen die Mischungen aus zwei oder mehr Komponenten, die getrennt verpackt sein können. Diese müssen Sie dann selber erst mischen oder in mehreren Durchgängen nacheinander auf der Fläche aussäen. In fertigen Mischungen sind große und kleine Körner enthalten, die gleichmäßig auf einer Fläche ausgebracht werden sollen. Wenn einzelne sehr große Körner wie die Samen von Kapuzinerkresse oder Lupinen enthalten sind, können Sie diese gezielt auf der Fläche platzieren. Bei feineren Samen müssen Sie aber manchmal einen halben Teelöffel Saatgut auf einer Fläche von zwei Quadratmetern verteilen. Mischen Sie die Samen dazu am besten mit trockenem Sand, so dass sie eine Menge erhalten, von der Sie etwa einen Esslöffel voll auf einem Quadratmeter ausstreuen. In manchen Blumenmischungen ist bereits ein Füllstoff wie Vermiculite enthalten, der die Ausbringung erleichtert. Besonders gleichmäßig verteilen Sie die Samen, wenn sie einmal längs und einmal quer über die Fläche gehen. Nach der Aussaat wird das Saatgut angedrückt und gewässert. Nach etwa 2 Wochen zeigen sich dann die ersten Keimlinge. Wässern Sie aber auch dann weiter, damit auch die Samen, die drei oder vier Wochen zum Keimen brauchen, aufgehen können.

Wenn zum Thema vorhanden, können Sie sich über den Button eine Info-Broschüre herunterladen.

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