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Gehölzschnitt als Tierparadies

Gehölzschnitt als Tierparadies

Kreisverband Lauterbach zur Förderung des Obstbaues,

der Garten- und Landschaftspflege e.V.

Jetzt ist die Zeit, in der sich mit dem Obstbaum- und Heckenschnitt große Mengen an Ästen und Zweigen in Gärten ansammeln. Das Schnittgut abzutransportieren kostet Zeit und Geld und ist nicht unbedingt notwendig. Effektiv verwendet, kann daraus wertvoller Lebensraum für viele Tiere direkt vor Ort entstehen. Nach dem Prinzip der sogenannten Benjeshecke wird das Material einfach zwischen in den Boden geschlagene Pflöcke geschichtet .Dieses Element kann dann laufend mit anfallendem Schnittgut weiter befüllt werden. Solches Biotop- bzw. Totholz bietet Laufkäfer, Erdkröte, Blindschleiche und Zauneidechse ebenso wie dem Igel oder auch gefiederten Gartengästen, wie dem kleinen Zaunkönig, Nahrung und Unterschlupf. So wird aus vermeintlichem „Abfall“ ein kleines Tierparadies. Naturgartenelemente aus Schnittgut in unterschiedlichen Varianten können in jedem Garten Platz finden. Solche ‚Mini-Nationalparks‘ sind von großem ökologischem Wert für heimische Tier- und Pflanzenarten. Tierparadies aus Schnittgut; so geht’s: Die Anlage einer Benjeshecke ist eine kostengünstige Möglichkeit des Sichtschutzes oder der Grundstücksbegrenzung, die gleichzeitig wertvoll für viele Lebewesen ist. Auch weniger attraktive Elemente, wie der Kompost oder eine Regentonne, können dahinter versteckt werden. Je nach Standortbedingungen bieten kletternde Blüher wie Waldrebe, Kapuzinerkresse, Schwarzäugige Susanne ebenso wie rankendes Gemüse, z.B. Kürbis oder Gurke, eine schöne Möglichkeit der ergänzenden Gestaltung. Das Grundgerüst der Benjes- oder Totholzhecke besteht aus mindestens armdicken, unbehandelten Pfählen einer witterungsbeständigen Holzart. Wählen Sie die Länge der Pfähle inklusive des in die Erde eingeschlagenen Teils entsprechend der gewünschten, endgültigen Höhe des Elements. Die laufende Befüllung mit Materialsollte der Körpergröße entsprechend angenehm möglich sein. Die Pfähle werden in zwei Reihen im Längsabstand von etwa 1,50 Meter und jeweils parallel mit 50 cm Abstand zueinander (so ergibt sich der Zwischenraum zum Befüllen) stabil in den Boden geschlagen. Das Vorbereiten der Löcher mit einem Erdbohrer erleichtert das Einschlagen. In den 50 cm breiten Zwischenraum kann nun Grünschnitt aufgeschichtet werden. Wenn vorhanden, sollte mit größerem Astwerk begonnen werden, um ein langlebiges Fundament zu bilden. So ergeben sich auch bodennahe Hohlräume, die gerne von verschiedenen Tierarten als Unterschlupf genutzt werden. Danach wird abwechselnd mit dünnem und dickem Material befüllt. Das Element wächst mit der Zeit mit dem anfallenden Schnittgut. Achtung Vogelschutz! Für Schnittarbeiten im Garten ist Eile geboten. Sie dürfen nur noch bis Ende Februar durchgeführt werden. Die zeitliche Beschränkung ist notwendig, damit Vögel in Ruhe ihre Jungen aufziehen können und Nist-, Brut- und Zufluchtsstätten der Vögel während ihrer Brutzeit nicht beschädigt oder zerstört werden. Laut § 39Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ist es ab dem 1. März verboten, Hecken, Bäume und Büsche zu fällen, abzuschneiden oder zu zerstören. Bis zum 30.September sind nur leichte Pflegeschnitte erlaubt, sofern diese sich auf den diesjährigen Zuwachs beschränken.

Wenn zum Thema vorhanden, können Sie sich über den Button eine Info-Broschüre herunterladen.

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